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Tremor (Zittern): Abklärung und Behandlung in Mannheim
Privatpraxis von Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für Neurologie mit Forschungserfahrung zu Bewegungsstörungen
Zittern hat viele Ursachen – von Kaffee und Medikamenten über eine Schilddrüsenüberfunktion bis zum essentiellen Tremor oder zur Parkinson-Krankheit. Welche Form vorliegt, zeigt vor allem die neurologische Untersuchung. Anschließend besprechen wir mit Ihnen den Befund und ob und wie das Zittern behandelt werden sollte. Für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler, ohne Überweisung.
in der Neurologie tätig, in der Türkei und in Deutschland
rund40
Fachpublikationen, u. a. in Movement Disorders und Clinical Neurophysiology
4
Untersuchungsverfahren direkt vor Ort: EEG, EMG, NLG und Ultraschall
3
Sprachen in der Sprechstunde: Deutsch, Englisch und Türkisch
Kurz erklärt
Was ist ein Tremor?
Ein Tremor ist ein unwillkürliches, rhythmisches Zittern eines Körperteils, meist der Hände. Neurologen unterscheiden unter anderem, ob das Zittern in Ruhe, beim Halten einer Position oder bei Bewegungen auftritt, und ordnen es zusammen mit weiteren Merkmalen einer Tremorform zu. Der essentielle Tremor gehört zu den häufigsten Bewegungsstörungen; Zittern kann aber auch durch Medikamente, Stoffwechselstörungen oder die Parkinson-Krankheit entstehen.
Tremorformen
Wann zittert es – und was kann dahinterstecken?
SituationMögliche Ursache
In Ruhe, etwa wenn die Hand entspannt im Schoß liegt
typisch für die Parkinson-Krankheit
Beim Halten, etwa mit ausgestreckten Armen oder einer vollen Tasse
essentieller Tremor oder ein verstärktes natürliches Zittern, zum Beispiel durch Medikamente, Koffein, Stress oder eine Schilddrüsenüberfunktion
Bei Bewegungen zu einem Ziel, stärker je näher die Hand dem Ziel kommt
Intentionstremor, ein Hinweis auf eine Beteiligung des Kleinhirns
Nur bei bestimmten Tätigkeiten oder in bestimmten Haltungen, etwa beim Schreiben oder mit schräg gehaltenem Kopf
aufgabenspezifischer oder dystoner Tremor
Nur im Stehen, als Zittern oder Unsicherheit in den Beinen, besser beim Gehen oder Sitzen
orthostatischer Tremor, selten; das Zittern ist oft kaum sichtbar, die Diagnose sichert eine EMG-Messung im Stehen
Zusammen mit Kribbeln oder Taubheit in Händen und Füßen
Die Übersicht ersetzt keine Untersuchung. Häufig treten Formen gemischt auf.
Essentieller Tremor
Von einem essentiellen Tremor sprechen Neurologen, wenn beide Hände und Arme beim Halten und bei Bewegungen zittern, etwa beim Trinken oder Schreiben, manchmal auch Kopf oder Stimme, und das Zittern seit mindestens drei Jahren besteht, ohne dass andere neurologische Zeichen wie eine Bewegungsverlangsamung vorliegen. Oft sind mehrere Familienmitglieder betroffen, und bei vielen bessert sich das Zittern vorübergehend nach einer kleinen Menge Alkohol. Kommen leichte zusätzliche Zeichen hinzu, etwa eine Unsicherheit beim Gehen auf einer Linie oder ein Zittern in Ruhe, sprechen Neurologen von einem „ET-plus“. Der essentielle Tremor nimmt meist langsam über Jahre zu.
Parkinson oder essentieller Tremor?
Merkmal
Parkinson
Essentieller Tremor
Wann?
vor allem in Ruhe
beim Halten und bei Bewegungen
Seite
beginnt oft einseitig
meist beidseitig
Weitere Zeichen
Verlangsamung, Steifigkeit
meist keine; manchmal zittern auch Kopf oder Stimme
Ein Termin in der neurologischen Praxis ist sinnvoll, wenn …
das Zittern neu auftritt oder zunimmt
es Sie beim Trinken, Essen, Schreiben oder bei der Arbeit behindert
zusätzlich Bewegungen langsamer werden oder die Muskeln steifer
das Zittern nur im Stehen auftritt oder Sie im Stehen unsicher macht
Zeitnah ärztlich abklären lassen
Zittern, das plötzlich beginnt
Zittern, das vor dem 50. Lebensjahr ohne ähnliche Fälle in der Familie auftritt
Zittern mit Herzrasen, innerer Unruhe, Schwitzen oder Gewichtsverlust, etwa bei einer Schilddrüsenüberfunktion
Zittern zusammen mit Gangunsicherheit, undeutlicher Sprache, Schwäche oder Verwirrtheit
Treten plötzlich Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen auf, wählen Sie sofort den Notruf 112.
Ablauf
Wie läuft die Abklärung ab?
Schritt 1
Vorbereitung.
Bringen Sie eine Liste aller Medikamente mit. Achten Sie vorher darauf, wann das Zittern auftritt, ob Kaffee oder Alkohol es verändern und ob es in der Familie vorkommt. Schwankt das Zittern stark, kann ein kurzes Handyvideo hilfreich sein, das Sie uns beim Termin zeigen.
Schritt 2
Ausführliches Gespräch.
Wir fragen nach Beginn und Verlauf, nach Situationen, in denen das Zittern stärker oder schwächer wird, nach Vorerkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen und nach allen Medikamenten.
Schritt 3
Neurologische Untersuchung.
Wir beobachten die Hände in Ruhe und mit ausgestreckten Armen, prüfen zielgerichtete Bewegungen, lassen Sie schreiben, eine Spirale zeichnen oder Wasser umschütten und achten auf Zeichen einer Parkinson-Krankheit, auf Gang, Kopf und Stimme.
Schritt 4
Ergänzende Untersuchungen, wenn nötig.
Blutuntersuchungen, etwa der Schilddrüsenwerte, des Blutzuckers und des Kalziums, bei jüngeren Menschen auch des Kupferstoffwechsels, veranlassen wir gezielt. Bei Verdacht auf eine Nervenschädigung messen wir in der Praxis die Nervenleitgeschwindigkeit und führen ein EMG durch. Eine MRT bei plötzlichem Beginn oder zusätzlichen Ausfällen und eine DAT-SPECT bei unklarer Abgrenzung zur Parkinson-Krankheit erfolgen per Überweisung.
Schritt 5
Befund und Behandlungsplan.
Wir erklären Ihnen, welche Tremorform vorliegt, und besprechen, ob und wie behandelt werden sollte. Bei Bedarf vereinbaren wir Verlaufskontrollen.
Ob eine Behandlung nötig ist, hängt vor allem davon ab, wie stark Sie das Zittern im Alltag einschränkt. Welche Behandlung infrage kommt, richtet sich nach der Tremorform.
TremorformBehandlung
Verstärktes natürliches Zittern
Auslöser erkennen und behandeln, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion; Medikamente, die Zittern verstärken können, prüfen wir gemeinsam mit der verordnenden Praxis. Setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab.
Essentieller Tremor
Wenn das Zittern belastet, stehen gut untersuchte Medikamente zur Verfügung, zum Beispiel aus der Gruppe der Betablocker. Reichen Medikamente bei starkem Zittern nicht aus, kommen die tiefe Hirnstimulation oder ein einseitiger fokussierter Ultraschall infrage; beides erfolgt in spezialisierten Zentren, an die wir nach sorgfältiger Prüfung überweisen.
Dystoner Tremor
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Dystonie. Zittert der Kopf im Rahmen eines Schiefhalses (zervikale Dystonie), sind Injektionen mit Botulinumtoxin in die betroffenen Halsmuskeln eine Behandlungsmöglichkeit.
Aufklärung, spezialisierte Physiotherapie und bei Bedarf Psychotherapie.
Unabhängig von der Form kann Ergotherapie helfen, den Alltag anzupassen, etwa beim Schreiben oder Essen.
Arzt
Ihr Arzt: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel
Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel ist Facharzt für Neurologie und seit 2005 neurologisch tätig. Bewegungsstörungen und die klinische Neurophysiologie sind Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit: Am Universitätsklinikum Würzburg forschte er zur Neurophysiologie der Parkinson-Krankheit, zuvor untersuchte er mit Kollegen unter anderem mithilfe der transkraniellen Magnetstimulation unwillkürliche Bewegungen wie Spiegelbewegungen. Das Gespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.
Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), und zwar nach den Leistungen, die tatsächlich erbracht werden – etwa Beratung, Untersuchung und gegebenenfalls Nervenmessung oder EMG. Einen Pauschalpreis gibt es deshalb nicht.
Laboruntersuchungen und Bildgebung werden von den durchführenden Stellen gesondert abgerechnet.
Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten die Kosten je nach Tarif beziehungsweise Beihilfevorschrift.
Selbstzahler erhalten vorab eine schriftliche Information über die voraussichtlichen Kosten.
Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich.
Diagnose nach den Kriterien der International Parkinson and Movement Disorder Society (MDS), Einstellung der Therapie und langfristige Verlaufskontrolle. Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel hat am Universitätsklinikum Würzburg zur Neurophysiologie der Parkinson-Krankheit geforscht.
In der Gedächtnissprechstunde suchen wir nach behandelbaren Ursachen und ordnen eine mögliche Demenz früh ein. Gespräch und Tests sind auf Deutsch und auf Türkisch möglich, Angehörige sind willkommen.
Mehr erfahren
Häufige Fragen zu Tremor
Warum zittert meine Hand, wenn ich ein Glas halte?
Zittern beim Halten eines Glases ist ein Haltetremor. Häufige Ursachen sind ein verstärktes natürliches Zittern, etwa durch Koffein, Stress, Schlafmangel, Medikamente oder eine Schilddrüsenüberfunktion, und der essentielle Tremor. Nimmt das Zittern zu oder behindert es Sie im Alltag, sollte es neurologisch abgeklärt werden.
Hilft Alkohol gegen essentiellen Tremor?
Bei vielen Menschen mit essentiellem Tremor bessert sich das Zittern nach einer kleinen Menge Alkohol vorübergehend. Das ist ein diagnostischer Hinweis, aber keine Behandlung: Regelmäßiger Alkoholkonsum schadet der Gesundheit, und wenn die Wirkung nachlässt, kann das Zittern wieder zunehmen.
Können Medikamente Zittern auslösen?
Ja. Zittern verstärken können zum Beispiel bestimmte Asthmamittel, Kortison, Lithium, einige Antidepressiva und Mittel gegen Krampfanfälle. Auch der Entzug von Alkohol oder Beruhigungsmitteln kann Zittern auslösen. Setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab, sondern besprechen Sie den Verdacht mit uns oder der verordnenden Praxis.
Kann Stress Zittern auslösen?
Stress, Angst, Schlafmangel und Koffein verstärken das natürliche, meist kaum sichtbare Zittern, das jeder Mensch hat. Hält das Zittern auch in ruhigen Phasen an, tritt es neu auf oder nimmt es zu, sollte es abgeklärt werden.
Ist essentieller Tremor dasselbe wie Parkinson?
Nein. Der essentielle Tremor ist ein eigenständiges Krankheitsbild. Typisch ist ein Zittern beider Hände beim Halten und Bewegen, ohne die Bewegungsverlangsamung, die zur Parkinson-Krankheit gehört. Bei Parkinson tritt das Zittern typischerweise in Ruhe auf und beginnt oft auf einer Seite; entscheidend für die Diagnose ist aber die Bewegungsverlangsamung, und nicht alle Menschen mit Parkinson zittern.
Wann kommen tiefe Hirnstimulation oder fokussierter Ultraschall infrage?
Beide Verfahren kommen bei einem stark ausgeprägten essentiellen Tremor infrage, der sich mit Medikamenten nicht ausreichend behandeln lässt. Die tiefe Hirnstimulation ist ein- oder beidseitig möglich; der fokussierte Ultraschall wird in der Regel nur auf einer Seite durchgeführt. Beide Verfahren werden in spezialisierten Zentren durchgeführt; ob eine Vorstellung dort sinnvoll ist, prüfen wir gemeinsam mit Ihnen.
Termin zur Abklärung von Zittern
Sie möchten wissen, woher Ihr Zittern kommt und ob es behandelt werden sollte? Vereinbaren Sie einen Termin telefonisch oder per E-Mail, eine Überweisung brauchen Sie nicht. Das Gespräch ist auf Deutsch und auf Türkisch möglich.
MY Neurologie – Privatpraxis für Neurologie Niederfeldstraße 45, 68199 Mannheim Telefon: 0621 817191
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Tremor. S2k-Leitlinie, 2022. AWMF-Registernummer 030-011. register.awmf.org
Bhatia K. P. et al.: Consensus Statement on the classification of tremors from the task force on tremor of the International Parkinson and Movement Disorder Society. Movement Disorders, 2018. doi.org
Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung. Ob eine Behandlung für Sie geeignet ist, wird individuell im persönlichen Gespräch beurteilt.
Medizinisch verantwortlich: Assoc. Prof. (TR) Dr. med. Mehmet Yücel, Facharzt für NeurologieLetzte Aktualisierung: